„Tildas Herzensfahrt“ sammelt 20.000 Euro Spenden

Christian Schütz/ UKS

jeweils 5.000 Euro für Kinderinsel Homburg e.V., Kükenkoje e.V., Verein Herzkrankes Kind Homburg/Saar e.V. und Ronald McDonald Haus

Was die Eltern der herzkranken Tilda auf die Beine gestellt haben, ist unglaublich. Mit ihrer Spendenaktion „Tildas Herzensfahrt“ konnten Mama Marie und Papa Achim sage und schreibe 20.000 Euro für den guten Zweck sammeln. Ende September freuten sich schließlich vier Bereiche über Spendenschecks in Höhe von jeweils 5.000 Euro: die Kinderinsel Homburg e.V., die Kükenkoje – Förderverein für Frühgeborene und kranke Neugeborene Homburg e.V., der Verein Herzkrankes Kind Homburg/Saar e.V. und das Ronald McDonald Haus Homburg.

Die Geschichte hinter der Großspende ist sehr berührend. Im Februar 2023 kam die Tochter der Familie am UKS zur Welt. Das kleine Mädchen war ein Frühchen, wurde sechs Wochen vor dem errechneten Termin geboren. Und bereits einen Tag nach der Geburt erschütterte die Eltern eine weitere Diagnose: bei dem Kind wurde ein schwerer Herzfehler festgestellt. Mama Marie und Papa Achim entschieden sich dafür, ihre Tochter Tilda zu nennen – die „Kämpferin“, ein Name aus dem Althochdeutschen. Und kämpfen musste Tilda in den zweieinhalb Jahren seit ihrer Geburt oft, sie wurde drei Mal am UKS operiert und verbrachte lange Zeit auf Station. In dieser schweren Zeit erfuhren ihre Eltern Unterstützung von vielen Seiten. Es waren nicht nur Familie und Freunde, auch in der Klinik und auf dem Campus fanden sie Hilfe: beim Ronald McDonald Haus und bei den Vereinen Kükenkoje, Kinderinsel und Herzkrankes Kind.

Den Grundstein für die Spendenaktion legte schließlich Tildas Urgroßvater Harald. Der geschickte Handwerker Harry, wie er von allen genannt wird, wollte für seine Urenkelin etwas Besonderes bauen. Also entschied sich der heute 76-Jährige für ein Kanu, das er in mühevoller Detailarbeit aus Zeitungspapier, Epoxidharz, Glasfasermatten und Holz baute. Zwei Jahre lang arbeitete er an dem Kanu, das erst sein zweites Bootsbauprojekt überhaupt war. Das Kanu aus Zeitungspapier erregte großes öffentliches Interesse, mehrere Medien griffen das Thema auf. Und so entwickelte sich schließlich „Tildas Herzensfahrt“, ein wohltätiges Projekt, mit dem die Eltern etwas zurückgeben wollten.

In diesem Sommer war es dann so weit und Tilda konnte zusammen mit Mama und Papa die Jungfernfahrt mit dem Kanu unternehmen. Und dieses Event hatte eine riesengroße Resonanz, entwickelte sich zu einem richtigen Fest. Rund um den Stadtweiher Baumholder kamen schätzungsweise bis zu 1.500 Menschen zusammen und feierten diese erste Ausfahrt mit dem Kanu. Es gab Unterhaltung, Getränke und Essen. Unterstützung kam von rund 200 Helfern, der Stadt, dem DLRG, der Zoofalknerei Neunkirchen, den Helden für Herzen und selbstverständlich auch von den begünstigten Vereinen. Mit dieser Großaktion und verbundenen Spenden sammelte die Familie letztendlich insgesamt 20.000 Euro. Bei der Spendenübergabe am UKS war allen Beteiligten anzumerken, wie besonders und wie emotional die Geschichte hinter „Tildas Herzensfahrt“ ist. Das kleine Mädchen selbst blieb dabei ganz cool und beobachtete die Szenerie aufmerksam. Tilda wird die Geschichten rund um dieses tolle Wohltätigkeitsprojekt sicher noch oft von ihrer Familie hören.

Christian Schütz/UKS