Der Tag der Organspende findet deutschlandweit immer am ersten Samstag im Juni statt. Bereits einen Tag zuvor, am 5. Juni 2026, fand am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg eine Info-Aktion des Transplantationszentrums und der LIONS-Hornhautbank statt. Auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Gesundheits-Staatssekretärin Bettina Altesleben nutzten den Anlass, um am UKS mit Patientinnen und Patienten als auch dem Klinikpersonal in den Austausch zu gehen.
Ein Blick in den Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) verdeutlicht die Situation. 2025 gab es in Deutschland 985 Menschen, die nach ihrem Tod insgesamt 3.020 Organe gespendet haben. Doch auch wenn man Lebendspenden, wie bei der Niere, miteinbezieht: Demgegenüber waren es am letzten Tag des vergangenen Jahres 8.202 Menschen auf der Warteliste, die zusammen mit ihren Familien auf ein passendes Spenderorgan hofften. Am Tag der Organspende sollen die Schicksale der Menschen in den Fokus gestellt werden, die Organe gespendet haben oder denen als Empfängerin oder Empfänger eines Organs ein neues Leben geschenkt wurde.
„Organspende rettet Leben und sie geht uns alle an. Uns ist oft nicht bewusst, dass wir selbst oder Menschen, die uns lieb sind, eines Tages auf ein Spenderorgan angewiesen sein könnten. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit der Frage der Organspende auseinanderzusetzen. Noch immer warten zahlreiche Patientinnen und Patienten auf ein lebensrettendes Organ und hinter jedem dieser Fälle stehen Hoffnungen, Familien und persönliche Schicksale. Der Tag der Organspende macht auf all das aufmerksam“, so die Ministerpräsidentin des Saarlandes Anke Rehlinger. Zusammen mit Gesundheitsstaatssekretärin Bettina Altesleben besuchte sie am 5. Juni das Universitätsklinikum des Saarlandes. Dabei konnten sie zahlreiche Gespräche mit Patientinnen und Patienten und dem Personal des Universitätsklinikums führen.
Erste Station war das zertifizierte Dialysezentrum des UKS, das von der Klinik für Innere Medizin IV – Nieren- und Hochdruckkrankheiten betrieben wird. Menschen mit geschädigten Nieren wird hier mit Nierenersatzverfahren geholfen. Bei der Dialyse, die umgangssprachlich auch als Blutwäsche bezeichnet wird, ersetzen spezielle Geräte ganz oder teilweise die Funktion der Nieren. Das Homburger Zentrum zählt mit über 10.000 jährlichen Nierenersatzverfahren zu den größten Intensiv-Dialysezentren in Deutschland. Ministerpräsidentin Rehlinger und Staatssekretärin Altesleben konnten im Dialysezentrum mit Patientinnen und Patienten sprechen, für die solche regelmäßigen Nierenersatzverfahren zum Alltag gehören. Ärztinnen und Ärzte als auch das Pflegepersonal erklärten die Geräte und Methoden und boten den Politikerinnen so einen tieferen Einblick in die Arbeit des Zentrums.
Vom Dialysezentrum aus ging es in direktem Anschluss vor das Großgebäude für Innere Medizin IMED. Dort hatten das Transplantationszentrum und die an der Augenklinik angesiedelte LIONS-Hornhautbank einen Informationsstand aufgebaut. Regelmäßig beteiligen sich beide Institutionen am Aktionstag oder nutzen andere passende Gelegenheiten, um über Organspende zu informieren. Vor Ort standen neben dem Personal der beiden Abteilungen auch weitere Patientinnen und Patienten für den Dialog bereit. Einer davon war der mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Interessenvertreter Martin Müller, der selbst zweifach nierentransplantiert ist und aktiv bei Spektrum Dialyse und Niere Saar e.V. mitwirkt. Bei der von ihm gegründeten Aktion „Steine für Organspende“ unterstützt ihn die Landespolitik: Sie steht 2026 unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung.
Der Besuch und die intensiven Gespräche am Universitätsklinikum des Saarlandes waren für die beiden Politikerinnen sehr eindrucksvoll. Staatssekretärin Bettina Altesleben: „Hinter jeder Organspende steht die Chance auf ein neues Leben. Der Tag der Organspende erinnert daran, wie wichtig es ist, eine persönliche Entscheidung zu treffen und diese auch festzuhalten. Deshalb wollen wir die Menschen heute ermutigen, sich frühzeitig zu informieren, mit ihren Angehörigen zu sprechen und ihre Entscheidung festzuhalten. Ich danke dem Universitätsklinikum, dem Spektrum Dialyse und allen Beteiligten, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, über Organspende aufzuklären, Fragen zu beantworten und Berührungsängste abzubauen. Jede informierte Entscheidung schafft Klarheit für Angehörige und kann im Ernstfall von unschätzbarem Wert sein.“
Für das Universitätsklinikum war der Besuch ebenso eine wertvolle Gelegenheit, um mit der Ministerpräsidentin und der Gesundheitsstaatssekretärin über die Organspende und die Arbeit in Homburg zu sprechen. Der Ärztliche Leiter des UKS-Transplantationszentrums Dr. David Schmit betonte abschließend: „Das Thema Organspende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Für ihn sei Deutschland dabei grundsätzlich auf einem guten Weg. Er appelliert aber, diesen konsequent weiterzuverfolgen. „Um das Problem des massiven Organmangels nachhaltig zu lösen, bedarf es neben dem starken Vertrauen in die Strukturen auch weiterer gesetzlicher Maßnahmen. Neben verstärkter Aufklärungsarbeit gehört hierzu die Diskussion um die Widerspruchslösung und gegebenenfalls auch die Erweiterung des möglichen Spendekreises.“ Dass dies wirkt, zeige sich am Beispiel von Spanien, das EU-weit die Vorreiterrolle bei den Transplantationen besetzt.
Der Landespolitik und dem Universitätsklinikum des Saarlandes ist es ein wichtiges Anliegen, diese Themen weiter zu begleiten, um so die Organspende zu stärken und die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen.
Über die Transplantationsprogramm am UKS, das Transplantationszentrum und die LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz
Am Universitätsklinikum des Saarlandes gibt es Transplantationsprogramme für Niere und Lunge. Im vergangenen Jahr wurden in Homburg 21 Lungen und 27 Nieren transplantiert. Erkrankte Patienten werden in den Fachkliniken behandelt und zusammen mit dem Transplantationszentrum betreut. Gerade die Nachbetreuung ist dabei extrem wichtig.
Neben diesen sogenannten soliden Organen, die in die Statistik der DSO einfließen, werden in Homburg auch Augenhornhäute transplantiert. Die UKS-Augenklinik und die dort ansässige LIONS-Hornhautbank sind zuständig für die Region Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz und deutschlandweit eines der führenden Zentren. Alleine im Jahr 2025 wurden in Homburg 724 Hornhauttransplantationen durchgeführt.









































