Richtfest Palliativzentrum Schmetterling

Gruppenfoto
Foto: Siebenpfeiffer Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH

Am Donnerstag, 29. Oktober, wurde Richtfest für das Palliativzentrum Schmetterling gefeiert, das auf dem UKS-Campus entsteht. Vertreterinnen und Vertreter der AWO und des Fördervereins für altersübergreifende Palliativmedizin feierten den Meilenstein zusammen mit Gästen aus Politik, Gesellschaft und dem Universitätsklinikum.

Der Rohbau steht bereits zwei Monate vor dem Zeitplan: Beim Richtfest des Kinder- und Erwachsenenhospizes Schmetterling in Homburg hat Marcel Dubois, Landesvorsitzender der AWO Saarland, die Bedeutung des Projekts für schwerstkranke Menschen und ihre Familien hervorgehoben. Rund 17 Millionen Euro werden in das Haus investiert, das am 1. November 2027 seinen Betrieb als größtes Hospiz in Deutschland aufnehmen soll. Es wird das erste Kinderhospiz im Saarland und zugleich die erste Einrichtung in Deutschland sein, die ein Kinder- und ein Erwachsenenhospiz unter einem Dach vereint. „Wir feiern nicht nur Beton, Holz und Stahl, sondern das Versprechen der Solidarität“, sagte Dubois. Kein Kind, kein Mensch und keine Familie solle im Saarland den schwersten Weg des Lebens allein gehen müssen. Der Baufortschritt sei bemerkenswert: Noch vor nicht einmal einem Jahr seien die ersten Bagger angerollt, im Juli sei der Grundstein gelegt worden. Nun stehe bereits der Rohbau. Acht Plätze für Kinder und Jugendliche sowie 16 Plätze für Erwachsene sind vorgesehen. Für Dubois stehen hinter diesen Zahlen vor allem Menschen und ihre Schicksale: Eltern, die ihre schwerkranken Kinder begleiten, und Angehörige, die in einer extrem belastenden Lebenssituation Unterstützung benötigen. Bislang mussten Familien mit schwerstkranken Kindern dafür häufig weite Wege auf sich nehmen und im Saarland beispielsweise nach Wiesbaden ausweichen.

Das neue Hospiz werde diese Lücke schließen, sagte Prof. Dr. Sven Gottschling, Palliativmediziner und Initiator des Projekts, der das Haus als „lebendig werdenden Traum“ bezeichnete. Dabei gehe es nicht allein um Pflege und medizinische Betreuung. „Ein Kinderhospiz ist für uns kein Ort, an dem das Leben endet. Es ist ein Ort, an dem Leben miteinander stattfindet“, betonte Gottschling und sagte, dass man in einem Hospiz mehr Leben erleben könne, als irgendwo sonst. Auf seiner Station in Homburg behandele er schwerstkranke alte Menschen und Kinder gemeinsam. Das sei kein Widerspruch, sondern werde das neue Hospiz auszeichnen und ihm Beachtung über die Landesgrenzen hinaus verschaffen. „Kinder sollten dort lachen, spielen, Musik hören und Geburtstage feiern können. Zugleich werde die gesamte Familie einbezogen: Eltern und Geschwister sollen durch ein multiprofessionelles Team entlastet, begleitet und gestärkt werden. Auch das Erwachsenenhospiz wird einen Ort der Geborgenheit, Gemeinschaft und Ruhe, denn Würde kennt kein Alter“, sagte der AWO-Landesvorsitzende Marcel Dubois.

Der Chef der Staatskanzlei, David Lindemann, bezeichnete das Hospiz als „steingewordenes Symbol für Hoffnung, wo es keine mehr geben dürfte und einen Ort der Hilfe, wo Heilung nicht mehr möglich ist.“ In sehr persönlichen Worten verwies er auf eine eigene Erfahrung, weshalb ihm das Projekt sehr viel bedeute. Die Lage direkt neben dem Universitätsklinikum ist bewusst gewählt. Hier treffen Spitzenmedizin und menschliche Nähe unmittelbar aufeinander. Für die AWO Saarland ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Als Gesellschafterin trägt sie gemeinsam mit dem Förderverein für altersübergreifende Palliativmedizin Verantwortung für die Einrichtung. „Das Vorhaben steht für Werte, die die Arbeiterwohlfahrt seit mehr als hundert Jahren vertritt: Solidarität, Respekt und die Würde jedes Einzelnen“, sagte Dubois, bevor Zimmermann Bileri Suleimann den traditionellen Richtspruch tätigte und dem Handwerkerbrauch folgend ein Glas zerbrach. Jeder Handwerker wisse, dass hier etwas Besonderes entstehe und sei stolz, daran mitwirken zu können.