Parkinson-Forschung und Versorgung in Rheinland-Pfalz und im Saarland stärken

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Sergiu Groppa, Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt, Minister Clemens Hoch, Prof. Dr. med. Tobias Bäuerle
Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski vlnr.: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Sergiu Groppa, Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt, Minister Clemens Hoch, Prof. Dr. med. Tobias Bäuerle

Innovationsfondsprojekt INSPIRE-PNRM+: Symposium markiert wichtigen Meilenstein für die Parkinson-Forschung und Versorgung der Universitätsmedizin Mainz und des Universitätsklinikums des Saarlandes

Wie lässt sich die Versorgung von Menschen mit Parkinson nachhaltig verbessern und gleichzeitig die entsprechende Forschung in Rheinland-Pfalz und im Saarland stärken? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Symposium, das am 30. Oktober anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der Interventionsphase im Innovationsfondsprojekt INSPIRE-PNRM+ (Interdisziplinäre und Intersektorale telemedizinische Evaluation, Koordination und Behandlung im ParkinsonNetz) stattfindet. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Versorgung, Krankenkassen, Berufsverbänden, Industrie und Patientenperspektive diskutieren aktuelle Entwicklungen, bestehende Versorgungs-lücken und Perspektiven für die Zukunft. 

Das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderte Projekt INSPIRE-PNRM+ verfolgt das Ziel, die ambulante Versorgung von Menschen mit Parkinson durch den Einsatz von auf Masterniveau qualifizierten Pflegefachpersonen mit mehrjähriger Berufserfahrung zu verbessern. Die sogenannten Advanced Practice Nurses (APN) beurteilen für jede Patientin und jeden Patienten die Krankheitssituation und erstellen einen individuell passenden Behandlungs- und Versorgungsplan. Dieser wird von ihnen mit den behandelnden Fachärztinnen und -ärzten abgestimmt und im engen telemedizinischen Austausch mit den Patientinnen und Patienten regelmäßig evaluiert und angepasst.  An der Studie haben insgesamt mehr als 850 Menschen mit Parkinson-Syndrom für jeweils zwölf Monate teilgenommen. Zum Projektabschluss hat die Universitätsmedizin Mainz am 30. Oktober 2026 zu einem Symposium eingeladen, um gemeinsam über das Projekt zu berichten, bisherige Erfahrungen einzuordnen und über Perspektiven in der Parkinsonforschung zu sprechen.

„Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Therapien und digitale Technologien eröffnen Chancen, die Versorgung und Parkinson-Forschung weiterzuentwickeln. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen spezialisierter Versorgung, qualifizierte Pflegefachpersonen in erweiterten Rollen, Forschung, Kostenträgern, Industrie und den Betroffenen selbst. INSPIRE bietet die Chance, das Parkinson-Feld im Saarland und Rheinland-Pfalz interdisziplinär und intersektoral zu einem national und international sichtbaren Feld zu machen“, sagt Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Sergiu Groppa, wissenschaftlicher Leiter des Projekts und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes. 

„Eine gute Versorgung von Menschen mit Morbus Parkinson erfordert interdisziplinäre und sektorenübergreifende Zusammenarbeit. Beide Ansätze stehen im Einklang mit unseren gesundheitspolitischen Schwerpunkten in Rheinland-Pfalz, der Stärkung von Delegation und der konsequenten Nutzung digitaler Möglichkeiten. Mit dem Studiengang ‚Physician Assistant‘ und unserem Projekt ‚HÄPPI‘ setzen wir bereits auf eine stärkere interprofessionelle Ausrichtung der medizinischen Versorgung. Auch INSPIRE-PNRM+ knüpft daran an – durch eine stärkere Vernetzung im Gesundheitswesen und die gezielte Einbindung qualifizierter nichtärztlicher Gesundheitsberufe“, sagt der rheinland-pfälzische Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch. „Innovative Projekte wie dieses, mit einer vorbildlichen Vernetzung sind vielversprechend für die bestmögliche Behandlung und mehr Lebensqualität der Betroffenen“, so Hoch weiter. 

Anfang 2025 war das im August 2023 gestartete Forschungsprojekt auf das Saarland ausgeweitet worden: „Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, viele an Parkinson erkrankte Menschen in unserem Bundesland für eine Teilnahme an dem Projekt zu gewinnen. Das Projekt ist aus unserer Sicht mit seinem innovativen Ansatz prädestiniert dafür, Betroffene optimal dabei zu unterstützen, dass sie noch lange ein weitgehend selbstständiges Leben führen können“, erklärt Dr. Magnus Jung, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes. „Außerdem ist das Projekt ein Musterbeispiel dafür, wie die Universitätsmedizin eine aktive und gestaltende Rolle im Netzwerk mit anderen Klinken, Krankenkassen sowie niedergelassenen Haus- und Fachärzten übernehmen kann, um vielen Menschen einen Zugang zu klinischen Studien und Spitzenforschung zu ermöglichen – über die Grenzen der Bundesländer hinaus.“

Innovative Versorgung gemeinsam weiterentwickeln

INSPIRE-PNRM+ wurde durch den Innovationsfonds des G-BA über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren mit insgesamt rund 5,6 Millionen Euro gefördert. Das Projekt war zum 1. August 2023 gestartet und hat die Interventionsphase im Oktober 2026 erfolgreich beendet. Mehr als 850 an Parkinson erkrankte Menschen aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen nahmen teil. Das Projekt wird in den nächsten Monaten wissenschaftlich evaluiert. Dabei steht insbesondere die Lebensqualität der Betroffenen, die Koordination der Versorgung und die Frage im Fokus, welchen Beitrag das neue Modell zu einer bedarfsgerechteren und effizienteren Betreuung leisten kann.

Die Konsortialführung des Forschungsprojekts liegt bei der Universitätsmedizin Mainz. Leiter des Projektes ist Professor Sergiu Groppa, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Konsortialpartner sind die Deutsche Parkinson Vereinigung e. V, die Katholische Hochschule Mainz (KH Mainz), die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, das Universitätsklinikum Frankfurt, die Techniker Krankenkasse und die DAK-Gesundheit. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit Berufsverbänden und Fachkliniken. 

Parkinson: Eine wachsende Herausforderung für Versorgung und Forschung

Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In Deutschland leben rund 300.000 Menschen mit Parkinson. Bei der Erkrankung Parkinson kommt es zu einem Absterben von Gehirnzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Der Verlust von Dopamin führt insbesondere zu den für die Erkrankung typischen Bewegungsstörungen. Die Krankheit entwickelt sich schleichend, doch mit fortschreitendem Verlauf werden die Symptome ausgeprägter. Am häufigsten wird Morbus Parkinson zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr diagnostiziert. Das Risiko, an Parkinson zu erkranken, ist bei Männern höher als bei Frauen. Parkinson ist eine chronische Erkrankung, die Betroffene, Angehörige sowie die behandelnden Berufsgruppen vor große Herausforderungen stellen kann. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung steigen die Anforderungen an eine kontinuierliche, koordinierte und individuell angepasste Betreuung.

Weitere Informationen:
inspire.parkinsonnetzwerk.de

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Sergiu Groppa, MBA  
INSPIRE-PNRM+ Konsortialführung 
E-Mail: 

inspire-info☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜parkinsonnetzwerk☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜de
sergiu.groppa☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜uks☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜eu
segroppa☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜uni-mainz☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜de  

 

Prof. Dr. med. Tobias Bäuerle, Jörn Simon, Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt, Minister Clemens Hoch, Rainer Lange, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Sergiu Groppa, Prof. Sandra Bensch, Armin Lang
Universitätsmedizin Mainz / Peter Pulkowski vlnr.: Prof. Dr. med. Tobias Bäuerle, Jörn Simon, Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt, Minister Clemens Hoch, Rainer Lange, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Sergiu Groppa, Prof. Sandra Bensch, Armin Lang