Gemeinsam gegen Übergewicht, Diabetes und andere Fettstoffwechsel-bedingten Folgeerkrankungen: Metabolisches Board am UKS hilft Betroffenen

Gruppenfoto Metabolisches Board
Laura Glücklich/ UKS V.l.n.r.: PD. Dr. Maurice Michel, Prof. Dr. Jörn Schattenberg, Stephanie Jürgen, PD Dr. Insa Emrich, Dr. Silva Yusefpur, Prof. Dr. Thorsten Keßler, Ann-Kathrin Berger.

Am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg wird die Expertise bei der Behandlung von Fettstoffwechsel-bedingten Folgeerkrankungen organisatorisch weiter gebündelt. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie, Hepatologie und Ernährungsmedizin haben nun ein Metabolisches Board gegründet. Die Gruppe trifft sich regelmäßig und bespricht sich interdisziplinär, um so für jeden Fall die individuell passende Behandlungsstrategie auf den Weg zu bringen.

Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Insulinresistenz bzw. Diabetes und Bluthochdruck sind große Risikofaktoren für die Gesundheit. Vor allem, wenn sie nicht allein, sondern in Kombination auftreten. Sind Patientinnen oder Patienten von solch einem Cluster, also einem gebündelten Auftreten, dieser Risikofaktoren betroffen, spricht man in der Medizin vom Metabolischen Syndrom. Dieses liegt geschätzt bei jedem dritten Menschen in Deutschland vor und treibt das Risiko für Fettlebererkrankungen (in der Medizin als MASLD bezeichnet, metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung), Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach oben.

„Es ist ein gefährliches Zusammenspiel, wenn das Körpergewicht zu hoch ist und dann auch Blutzuckerwerte, Blutdruck und Blutfettwerte stark erhöht sind“, warnt PD Dr. Maurice Michel, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II – Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin des UKS. Besonders das viszerale Fettgewebe, das sich in der Bauchhöhle und um die inneren Organe bildet, ist sehr gefährlich. „Dieses Fett kann Entzündungen fördern und treibt damit das Metabolische Syndrom weiter an“. Einerseits ergeben sich dadurch höhere Risiken für Fettlebererkrankungen, aber eben auch für das Herz-Kreislauf-System. „Somit sind diese Stoffwechselstörungen ebenfalls ein wichtiges Thema für uns in der Kardiologie“, erklärt PD Dr. Insa Emrich, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie & kardiovaskuläre Intensivmedizin.

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Metabolischen Syndroms sind demnach gravierend. Aber es gibt Vorgehensweisen, mit denen man Betroffenen helfen kann. Und hier setzt das am UKS neu gegründete Metabolische Board an. „Wir arbeiten nun noch stärker vernetzt zusammen und bündeln die interdisziplinäre Expertise weiter“, erklärt PD Dr. Michel. „Mit der Behandlung des Metabolischen Syndroms haben wir eine gemeinsame Aufgabe. Einige Ansätze sind allgemeingültig, andere fachspezifisch – es ist die logische Konsequenz, dass wir das alles noch stärker zusammenbringen“, bekräftigt PD Dr. Emrich.

Die Expertinnen und Experten des UKS können den Betroffenen somit einige Ansätze bieten, um die Risikofaktoren mit großen Erfolgsaussichten zu senken. Ein gesundes, bewusstes Essverhalten ist die Grundlage für eine Gewichtsreduktion. Mit mehr Bewegung, weniger Stress und ausreichend Schlaf kann der Gewichtsverlust ebenfalls angekurbelt und der Abnahmeprozess gestärkt werden. Aber auch die medikamentöse Versorgung ist ein wichtiger Ansatz, gerade beim Bluthochdruck oder erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten.

„Was in der Theorie vielleicht recht simpel klingt, kann in der Praxis allerdings herausfordernd sein. Wir möchten unsere Patientinnen und Patienten daher mit dem Board individuell und noch besser unterstützen“, so PD Dr. Emrich. Ihr Kollege PD Dr. Michel ergänzt: „Für den einen Patienten braucht es beispielsweise ein spezielles Konzept für die Ernährung, da helfen wir mit unserer Erfahrung. Bei der anderen Patientin ist der Bluthochdruck nicht so einfach in den Griff zu bekommen, da kommen unsere Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie zum Zuge.“ So erarbeitet man im Metabolischen Board gemeinsam die besten Behandlungsstrategien für die Betroffenen.

Das Angebot ist ambulant ausgerichtet, Patientinnen und Patienten können vorab durch externe Fachärztinnen und Fachärzte zugewiesen werden. Die Zuweisung erfolgt je nach Erkrankungsschwerpunkt entweder an die Lipidambulanz der Klinik für Innere Medizin III (Durchwahl: 0 68 41 / 16 – 1 53 84) oder an die hepatologische Ambulanz der Klinik für Innere Medizin II (Durchwahl: 0 68 41 / 16 – 1 59 77).