Fünf Jahre ärztliche Besetzung des Notarztstandortes Ottweiler durch das UKS

Team vor Notarzteinsatzfahrzeug in der Altstadt
Laura Glücklich/ UKS Ein Team wie hier bestehend aus Notfallsanitäterin Madeleine Bäsel (links) und Notärztin Lea Sattler (Mitte) fährt mit dem an der Rettungswache Ottweiler stationierten Notarzteinsatzfahrzeug zu den Einsätzen. Dr. Daniel Kiefer (rechts) kümmert sich um die Organisation der Notarztdienste – die er auch selbst mit besetzt.

2021 hat das Universitätsklinikum den Notarztstandort Ottweiler übernommen. In diesen fünf Jahren wurden zahlreiche Dienste rund um die Uhr und etwa 10.000 Einsätze geleistet. Die Beteiligung an Forschungsprojekten direkt am Einsatzort hat dabei national Akzente gesetzt.

2021 hat das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) den Notarztstandort Ottweiler übernommen. Dr. Daniel Kiefer ist der Ärztliche Leiter und hat zusammen mit weiteren Notärztinnen und Notärzten des UKS in diesen fünf Jahren zahlreiche Dienste rund um die Uhr und etwa 10.000 Einsätze geleistet. Die Beteiligung an Forschungsprojekten direkt am Einsatzort hat dabei national Akzente gesetzt.

53, ausgesprochen „fünf-drei“ – hinter diesem Kürzel verbirgt sich die Rettungswache Ottweiler. Im Auftrag des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Saar betreibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Standort in Ottweiler. Von dort aus übernehmen die Rettungsdienst-Teams sowohl Notfalleinsätze, als auch medizinisch notwendige Krankentransporte in der Region. Rund 4.500 Notfalleinsätze fahren sie pro Jahr mit den in Ottweiler stationierten zwei Rettungswagen (RTW). Hinzu kommen ca. 3.000 Krankentransporte mit zwei Krankentransportwagen (KTW). Die Bandbreite dabei ist groß, reicht von der einfachen Verlegungsfahrt vom Krankenhaus in die Rehaklinik bis hin zum schweren Verkehrsunfall mit mehreren lebensbedrohlich verletzten Menschen.

Dass bei Bedarf notärztliche Unterstützung bereitsteht, darum kümmert sich seit etwas mehr als fünf Jahren das UKS. Denn seit dem 1. Januar 2021 besetzen Notärztinnen und Notärzte der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin & Schmerztherapie des saarländischen Universitätsklinikums den Notarztstandort, aktuell unter der ärztlichen Standortleitung von Oberarzt Dr. Daniel Kiefer. Er koordiniert u.a. die 24-h-Dienste, die von speziell in Notfallmedizin weitergebildeten Ärztinnen und Ärzten übernommen werden. „Pro Jahr sind es im Schnitt etwa 2.000 Einsätze, die wir am Standort notärztlich durchführen. Seit 2021 somit rund 10.000 insgesamt“, so Dr. Kiefer.

Auch er selbst übernimmt als Notarzt solche Schichten. In einem speziellen Notarzteinsatzfahrzeug, kurz NEF, ist er dann zusammen mit einem Notfallsanitäter oder einer Notfallsanitäterin unterwegs. Stationiert sind sie ebenfalls an der Rettungswache Ottweiler. Mit dem eigenen Fahrzeug werden sie bei Einsätzen separat von der Integrierten Leitstelle in Saarbrücken alarmiert. Der Hintergrund: „Wir arbeiten mit dem sogenannten Rendezvous-System: Im NEF sind wir flexibel – wir können zusammen mit einem Rettungswagen zu einem Einsatz fahren, wir können aber auch nachträglich alarmiert werden. Oder wechseln, falls wir doch dringender bei einem anderen Einsatz gebraucht werden“, erklärt Dr. Kiefer.

Der Arzt ist der Rettungswache eng verbunden. Daniel Kiefer ist in der Stadt aufgewachsen, lebt auch heute in Ottweiler und arbeitet seit langer Zeit auf der Wache: „Ich habe vor 20 Jahren als ehrenamtlicher Rettungssanitäter hier begonnen und auch während meines Medizinstudiums Dienste auf der Rettungswache übernommen“, erzählt er. „Die Zusammenarbeit mit dem hervorragenden Team der Ottweiler Rettungswache ist ein unbezahlbarer Aspekt, der uns Notärztinnen und Notärzte mit Freude hierher zum Dienst kommen lässt.“ Als Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes setzt er sich für die Weiterentwicklung der Notfallmedizin ein. „Wir haben den Anspruch, auch den universitären Aspekt mit Forschungsprojekten in unsere Arbeit einzubringen“. So wurden durch die Arbeitsgruppe Akut- und Notfallmedizin unter der Leitung von Kiefers UKS-Kollegen und dem stellvertretenden ärztlichen Standortleiter Oberarzt Dr. Benedikt Merscher verschiedene Projekte auf den Weg gebracht. „Das umfasste beispielsweise mobile Ultraschalluntersuchungen und kontinuierliche Blutdruckmessung. Und wir konnten erste Blutwerte bereits am Notfallort bestimmen.“

Eine große Neuerung war zudem der sogenannte arztbegleitete Patiententransport. Seit 2024 ist das eine Zusatzaufgabe, die saarlandweit aktuell lediglich zwei NEF übernehmen. „Die ärztliche Begleitung von Notfallverlegungen ist wichtig, wenn beispielsweise ein Patient mit Hirnblutungen aus einem kleineren Krankenhaus in ein größeres mit neurochirurgischer Fachabteilung verlegt wird“, erläutert Dr. Kiefer die Notwendigkeit. Dem Arzt liegen das Engagement und diese Projekte in der Region sehr am Herzen: „Es ist unser gemeinsames Ziel, die notfallmedizinische Versorgung nicht nur auf hohem Niveau durchzuführen, sondern ebenso kontinuierlich zu verbessern.“

Die Arbeit als Notarzt prägt. Und so blickt auch Daniel Kiefer auf viele Erlebnisse bei seinen Einsätzen in Ottweiler und Umgebung zurück. Darunter gibt es einige, die ihm besonders im Gedächtnis geblieben sind. Zum Beispiel ein Kind, das wegen einer defekten Heizungsanlage eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten hatte. „Wir konnten das Mädchen schließlich retten“, freut er sich auch noch Jahre nach diesem Einsatz. Rein fachlich sind viele Einsätze für die Ärztinnen und Ärzte Routine, so beispielsweise Herzinfarkte oder akute Luftnot. „Wir sind dafür ausgebildet, bewahren deswegen Ruhe und arbeiten professionell. Aber für die Betroffenen ist es immer eine Ausnahmesituation. Als Notarzt muss ich Empathie mitbringen – in diesem Beruf darf man die Menschlichkeit nie vergessen“, betont Dr. Kiefer. So kann sich während der Versorgung oder des Transports auch mal ein Smalltalk ergeben. Das nimmt für die Betroffenen die Angst aus der Situation. Auch das schafft manchmal Momente, die sich einprägen. „Ich erinnere mich sehr gut an eine Patientin, die sich bei der Gartenarbeit das Bein gebrochen hat. Die Dame hatte einen phänomenal gepflegten Rasen und hat mir anschließend einige Düngetipps mit auf den Weg gegeben“, erzählt er mit einem herzlichen Lachen.

Dr. Daniel Kiefer und seine ärztlichen Kolleginnen und Kollegen vom UKS betreuen den Notarztstandort Ottweiler mit viel Engagement und hohem fachlichen Anspruch. Das kommt der Region zu Gute und hilft bei der Weiterentwicklung der Notfallmedizin. So wie in den vergangenen fünf Jahre will die Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin & Schmerztherapie des UKS diese Arbeit auch in Zukunft fortführen.

Kontakt
Dr. Daniel Kiefer
Oberarzt Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin & Schmerztherapie
Ärztlicher Leiter Notarztstandort Ottweiler
Universitätsklinikum des Saarlandes
Geb. 57
Kirrberger Straße
66421 Homburg
Tel.: 0 68 41 / 16 - 3 00 01 (Pforte)
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www.uks.eu/anaesthesiologie 

 

Portraitbild des Arztes
Laura Glücklich/UKS Dr. Daniel Kiefer ist Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin & Schmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes und Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes Ottweiler, den die Klinik seit 2021 besetzt.