Erster Qualitätsvertrag im Saarland gestartet: IKK Südwest, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse, BKK Landesverband Bayern und Universitätsklinikum verbessern die Versorgung mit Knie- und Hüftendoprothesen

Arzt im Gespräch mit Patientin
Laura Glücklich/ UKS Prof. Dr. Stefan Landgraeber erläutert die App, mit der die Patientinnen und Patienten nun noch besser auf die Operation vorbereitet werden sollen.

Am 1. Juni 2026 ist der Qualitätsvertrag Endoprothetik als einer der ersten Qualitätsverträge im Saarland in die praktische Umsetzung gestartet. Das Gemeinschafsprojekt von IKK Südwest, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, BKK Landesverband Bayern und Universitätsklinikum des Saarlandes nimmt dabei eine Vorreiterrolle in der Region ein. Von der besseren Versorgung profitieren im ersten Schritt die Patientinnen und Patienten der beteiligten Kassen, die in Homburg eine Knie- oder Hüfttotalendoprothese erhalten.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass nach längerer und intensiver Vorbereitung der erste Qualitätsvertrag für Endoprothetik im Saarland nun in die praktische Umsetzung gegangen ist. Für uns steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: die bestmögliche und sichere Versorgung unserer Versicherten. Mit dem Qualitätsvertrag schaffen wir die Möglichkeit, neue Versorgungswege zu erproben, ihre Wirksamkeit wissenschaftlich zu belegen und erfolgreiche Ansätze langfristig in die Regelversorgung zu überführen, sodass möglichst viele Patientinnen und Patienten langfristig profitieren können. Gemeinsam mit unseren Partnern leisten wir damit wichtige Pionierarbeit für eine moderne, qualitätsorientierte Gesundheitsversorgung und für die Patientensicherheit im Saarland“, so Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstandsvorsitzender der IKK Südwest, die den QV federführend initiiert hat. Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, ergänzt: „Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum des Saarlandes und den beteiligten Krankenkassen führen wir dieses wichtige Projekt durch, um die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern.“ Als dritter im Bunde der Kassen ist der BKK Landesverband Bayern beteiligt, über den bundesweit 24 Betriebskrankenkassen dem Qualitätsvertrag beigetreten sind. 

Mit dem Konzept der Qualitätsverträge sollen im Gesundheitswesen neue Ansätze erprobt werden, um die Versorgungsqualität zu steigern. Diese Möglichkeit hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auf den Weg gebracht. Insgesamt acht verschiedene stationäre Leistungen beziehungsweise Leistungsbereiche wurden dafür definiert. Einer davon ist die Endoprothetik, also das medizinische Verfahren, bei dem beschädigte oder defekte Gelenke durch künstliche ersetzt werden. Krankenkassen und Kliniken können solche Verträge zu einer über den Standard hinausgehenden Versorgung der jeweils bei der Kasse versicherten Patientinnen und Patienten abschließen. Die Kliniken erbringen höherwertige Leistungen, die mit der regulären Versorgung verglichen werden. Ziel ist es, dadurch die Behandlungsqualität nachhaltig zu verbessern.

Patientinnen und Patienten von IKK Südwest, AOK Rheinland-Pfalz/ Saarland und BKK profitieren
Menschen, die ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) erhalten, und über die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, die IKK Südwest oder eine im BKK Landesverband Bayern vertretene Betriebskrankenkasse versichert sind, profitieren nun von einer Behandlung mit Abläufen, die über die übliche Versorgung hinausgehen. Anschließend werden ihre Daten mit denen einer Vergleichsgruppe abgeglichen, die in den letzten sechs Monaten zuvor endoprothetisch versorgt wurde.

„Für Versicherte mit geplanter primärer Hüft- oder Knieendoprothese stellt der neue Qualitätsvertrag einen echten Mehrwert in der stationären Versorgung dar. Denn mit einer Steigerung der Ergebnisqualität ist zugleich eine Reduktion von Komplikationen und eine schnellere Mobilisation sowie Schmerzfreiheit verbunden“, sagt Dr. Martina Niemeyer, AOK-Vorstandsvorsitzende.

Umfangreichere Betreuung und „Digitaler Coach“ für die Patientinnen und Patienten
Doch wie sieht der erweiterte Versorgungsansatz konkret aus? Das Konzept am UKS hat der Orthopäde und Klinikdirektor Prof. Dr. Stefan Landgraeber mit seinem Team geplant. Ein wesentlicher Teil davon ist es, Patientinnen und Patienten optimal auf die OP vorzubereiten. Schon seit mehreren Jahren setzt man in der Klinik auf die sogenannte Prähabilitation. Denn Menschen, die gut auf eine OP vorbereitet sind, genesen nachweislich schneller und neigen zu weniger Komplikationen. „Über den Qualitätsvertrag können wir nun eine verbesserte Prähabilitation mit einer speziellen App anbieten. Diese soll u.a. dabei helfen, ein individuell zugeschnittenes Übungsprogramm durchzuführen. Dabei gibt das System Rückmeldung, ob die Übungen korrekt durchgeführt wurden und gibt Tipps zur Optimierung. Die App ist also mehr als nur eine simple Anwendung, sie ist ein vollwertiger ‚Digitaler Coach‘, der Übungen anleitet und auch bei Falschausführungen korrigiert.“ Mit dem KI-gestützten Training soll auch die Kontinuität der körperlichen Übungen gestärkt werden. Denn unmittelbar nach der Operation, erfolgt die weitere Betreuung in gleicher Weise und ermöglicht somit auch eine individuell angepasste Rehabilitation. Denn auch nach der OP ist ein richtiges und gezieltes Übungsprogramm enorm wichtig. „Dabei wollen wir unserer Patientinnen und Patienten noch besser unterstützen“, erklärt Prof. Landgraeber. Zusätzlich zur App erfolgt eine intensive physiotherapeutische Betreuung – deren Umfang über das übliche Maß hinausgeht und auf das Gesamtkonzept abgestimmt ist. Das physiotherapeutische Konzept wurde in Kooperation mit der Physiotherapie der Klinik, der Schule für Physiotherapie und dem kürzlich etablierten Studiengang für Physiotherapie entwickelt und basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein weiterer Aspekt ist die Optimierung von verschiedenen ernährungsspezifischen Parametern, wie etwa verschiedenen Vitamin- und Eiweißspiegeln. Auch hierdurch können Komplikationen vermieden werden, die Rehabilitation verbessert und der Behandlungserfolg gesteigert werden. „Wir bieten allen unseren Patientinnen und Patienten bereits einen sehr hohen Versorgungsstandard, mit dem Qualitätsvertrag möchten wir diesen nochmals erhöhen. Und ich bin den beteiligten Krankenkassen sehr dankbar für die Möglichkeit, dass sie diesen neuartigen Ansatz unterstützen.“

Die Beteiligten sind sich sicher, dass ein weiter gesteigerter Standard der Versorgung bei endoprothetischen Eingriffen sehr sinnvoll ist und die Ergebnisse verbessert. Über den abgeschlossenen Qualitätsvertrag soll dies nun belegt werden. Basierend auf diesen Erkenntnissen soll die Versorgungsqualität längerfristig erhöht werden, so dass die Ergebnisse letztendlich allen Patientinnen und Patienten zugutekommen werden.

Für die beteiligten Krankenkassen und das Klinikum sind die Qualitätsverträge ein wichtiger Ansatz. Der Qualitätsvertrag Endoprothetik ist ein gemeinsamer Start, weitere Kooperationen mit anderen Schwerpunkten haben sich bereits ergeben. So sind schon weitere Qualitätsverträge in unterschiedlichen Konstellationen geschlossen, zusätzliche sollen folgen.

Weitere Informationen erhalten interessierte Patientinnen und Patienten, die bei den beteiligten Krankenkassen versichert sind, direkt über die Klinik. Entweder per E-Mail an orthopaedie.sekretariat☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜uks☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜eu oder unter der Durchwahl 0 68 41 / 16 - 2 45 20.

Kontakt

AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse
Jan Rößler – Pressesprecher
Tel. 06351/131610419
E-Mail jan.roessler☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜rps.aok☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜de 
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
Virchowstraße 30
67304 Eisenberg
aok.de/rps

IKK Südwest 
Mathias Gessner – Pressesprecher
Tel. 06 81/38 76-1163
E-Mail: presse☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜ikk-sw☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜de 
IKK Südwest
Europaallee 3-4
66113 Saarbrücken

Universitätsklinikum des Saarlandes
Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Landgraeber
Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOUKS)
Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
Tel. 0 68 41 / 16 – 2 45 00
E-Mail: orthopaedie.sekretariat☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜uks☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜eu

Übung mit Hilfe der App
Laura Glücklich/ UKS Die KI-gestützte App hilft beim Training und kontrolliert, ob die Übungen richtig ausgeführt werden.