Über alle Fakultäten hinweg zeichnete auch in diesem Jahr die Universitätsgesellschaft 14 Forscherinnen und Forscher aus, die ihre Promotion an der Universität des Saarlandes mit herausragenden Leistungen abgeschlossen haben – darunter Dr. rer. nat. Nadia Alawar (Foto rechts) und Dr. med. Philipp Markwirth (Foto links).
Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten jeweils eine Eulen-Statuette und ein Preisgeld, welches durch die Universitätsgesellschaft mit ihren Stifterinnen und Stiftern finanziert wurde.
Dr. rer. nat. Nadia Alawar, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Urologie, wurde während ihrer Doktorarbeit von Prof. Dr. Ute Becherer (CIPMM, Zelluläre Neurophysiologie) betreut.
In ihrer prämierten Promotionsarbeit hat sich Dr. Alawar mit zyto-toxischen T-Zellen beschäftigt, einer wichtigen Gruppe von Immunzellen, die eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Virusinfektionen und Tumorzellen spielen. „Obwohl diese Zellen seit vielen Jahren intensiv erforscht werden, sind noch nicht alle Mechanismen bekannt, mit denen sie mit anderen Zellen kommunizieren und ihre Funktionen ausüben“, beschreibt Dr. Alawar die Situation. „Im Mittelpunkt meiner Forschung standen sogenannte Exosomen – winzige Partikel, die von Zellen freigesetzt werden und als Botenstoffe zwischen Zellen dienen. Während ihre Bedeutung für die Zellkommunikation zunehmend erkannt wird, ist bislang nur wenig darüber bekannt, wie vielfältig diese Partikel bei zytotoxischen T-Zellen sind.“
In ihrer Arbeit konnte sie aufzeigen, dass diese Immunzellen verschiedene Untergruppen von Exosomen freisetzen, die sich sowohl in ihrer Zusammensetzung als auch in ihren biologischen Eigenschaften unterscheiden. „Besonders spannend war die Beobachtung, dass einige dieser Exosomen eine besonders ausgeprägte Wirkung auf Tumorzellen haben können“, sagt Dr. Alawar. Die Ergebnisse ihrer Arbeit liefern neue Einblicke in die komplexen Kommunikationsmechanismen des Immunsystems und tragen dazu bei, besser zu verstehen, wie Immunzellen ihre Aufgaben erfüllen. Langfristig könnten diese Erkenntnisse wichtige Grundlagen für zukünftige diagnostische und therapeutische Ansätze schaffen und dazu beitragen, das Potenzial von Exosomen für medizinische Anwendungen besser zu nutzen.
Die Dissertation ist über die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek (SULB) abrufbar: Publikationen der UdS: The journey of murine CD8-positive T lymphocytes-derived exosomes from the cells via the organelles to the target
Dr. Philipp Markwirth, Assistenzarzt in der Inneren Medizin III – Kardiologie, Angiologie & kardiovaskuläre Intensivmedizin wurde während seiner Doktorarbeit von Prof. Dr. Michael Böhm, ehemals langjähriger Direktor der Homburger Kardiologie, betreut.
Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine mögliche Ursache sind sogenannte Urämietoxine, die bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht ausreichend ausgeschieden werden und sich im Körper anreichern. Dazu gehört auch Indoxylsulfat, das schädliche Veränderungen des Herzmuskels begünstigen kann.
Im Rahmen des Forschungsprojekts untersuchte Dr. Markwirth in einem Rattenmodell, ob eine renale Denervation, also die gezielte Ausschaltung sympathischer Nervenfasern an der Niere, das Herz vor diesen Veränderungen schützen kann. Ursprünglich wurde die renale Denervation zur Therapie des Bluthochdrucks entwickelt. „Wir konnten jedoch zeigen, dass die Denervation über eine reine Blutdrucksenkung hinaus mit einer geringeren Verdickung des Herzmuskels und einer verbesserten Entspannungsfunktion des Herzens einherging“, erläutert Dr. Markwirth. „Gleichzeitig waren die Konzentration von Indoxylsulfat im Blut sowie entzündungsfördernde Rezeptoren im Herzen vermindert.“
Die Ergebnisse weisen damit auf einen möglichen neuen Mechanismus hin, über den die renale Denervation das Zusammenspiel zwischen Niere, Stoffwechsel und Herz beeinflussen könnte. Künftig soll untersucht werden, ob sich diese Effekte auch bei Patientinnen und Patienten nachweisen lassen.
Die Originalarbeit „Renal Denervation Improves Uremic Cardiomyopathy in Rats With Chronic Kidney Disease“ wurde im JAHA – Journal of the American Heart Association veröffentlicht: https://doi.org/10.1161/JAHA.124.038785
(Renale Denervation reduziert die myokardiale Expression von Pattern Recognition Receptors sowie die Plasma-Konzentration des Urämietoxins Indoxylsulfat und hemmt die Entstehung einer linksventrikulären Hypertrophie in einem Rattenmodell der chronischen Nierenerkrankung.)
