Augenlicht schenken: Flexibler und schneller Transport von Spender-Hornhäuten

Spendenübergabe an die Augenklinik des UKS
(Foto: Roman Schmidt/Fotolabor Klinik für Augenheilkunde des UKS) (Klick aufs Foto zum Vergrößern) von links: Philipp Burgard vom LIONS Club Homburg, Hendrik Pütz vom LIONS Club Saarlouis, Adrian Schmitz von Herzensengel e.V., Past Distrikt Governor Jean-Michel Postorino, Distrikt Governor Dr. Holger Drescher und Dr. Frank Kiefer vom LIONS Club Saarschleife gemeinsam mit Klinikdirektor Prof. Dr. Berthold Seitz und Oberärztin Dr. Isabel Weinstein bei der Übergabe der Spendensumme in Höhe von 31.500 Euro.

Acht LIONS-Clubs und weitere Sponsoren, darunter die Firma HYDAC, überreichten 31.500 Euro für die Anschaffung eines Elektro-Autos samt Einrichtung eines Parkplatzes mit Ladestation an der Augenklinik des UKS in Homburg. Das Fahrzeug wird künftig einen schnellen, sicheren und zuverlässigen Transport von Spenderhornhäuten und Gewebeproben ermöglichen.

Sieben LIONS Clubs der Zone 1, Region IV – Saarschleife, Dillingen, Heuweiler, Völklingen, Lebach, Saarlouis und Saar Nied – sowie der LIONS Club Homburg spendeten jeweils Beträge von 1.000 bis 3.000 Euro, die Summe wurde über den District Verfügungs-Fonds nochmals um 5.000 Euro ergänzt.

Als weiterer Hauptsponsor steuerte die Firma HYDAC 5.000 Euro bei; ebenso beteiligten sich die Kreissparkasse Homburg und die Herzensengel e.V. mit 1.000 Euro bzw. 1.500 Euro, so dass am Ende die stolze Gesamtspende in Höhe von 31.500 Euro an die Hornhautbank der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes in Homburg übergeben werden konnte. Das Autohaus Decker gewährte zusätzlich einen Preisnachlass von 6.500 Euro bei der Bestellung des Elektroautos.

Initiatoren des Spendenprojektes waren der LIONS-Zonenleiter Dr. Frank Kiefer (LIONS Club Saarschleife) mit maßgeblicher Unterstützung des Past Distrikt Governors Jean-Michel Postorino und Mitarbeitenden der Hornhautbank. Dr. Frank Kiefer, der die Spendensammlung und die Mitwirkung weiterer Sponsoren organisiert hatte, wurde von den LIONS für sein herausragendes Engagement mit dem „Zonenchair Award“ ausgezeichnet.


Zur feierlichen Spendenübergabe in Anwesenheit des Distrikt Governors Dr. Holger Drescher und der Kaufmännischen Direktorin des UKS Bettina Rottke konnte trotz der hochsommerlichen Temperaturen eine große Anzahl an Gästen begrüßt werden. Bei kühlen Getränken und Fingerfood fand in der Universitäts-Augenklinik ein reger Austausch zur Bedeutung von Hornhauttransplantationen und Möglichkeiten zur Unterstützung und Modalitäten der Gewebespende statt. Die Hornhauttransplantation ist oft die einzige Möglichkeit, das Augenlicht einer Patientin oder eines Patienten zu retten und hat vielen Menschen das Sehvermögen zurückgegeben. 


Prof. Berthold Seitz, Direktor der Augenklinik des UKS, bedankte sich sehr herzlich für diese großartige Aktion der LIONS Clubs und weiterer lokaler Sponsoren: „Die Teams der Universitäts-Augenklinik, insbesondere unserer Hornhautbank, freuen sich sehr über diese hohe Spendensumme, die wir dazu verwenden werden, ein Elektroauto anzuschaffen und einen Parkplatz samt Ladestation in nächster Nähe unserer Klinik einzurichten.“


Mit dem Auto werden dann Hornhäute und Gewebeproben in den umliegenden Krankenhäusern oder bei Spenderinnen und Spendern direkt vor Ort abgeholt und in die Augenklinik des UKS transportiert. Hier werden sie im Reinraum unter höchsten Qualitätsanforderungen aufbereitet und bei Bedarf direkt einem Empfänger oder einer Empfängerin transplantiert bzw. in eine andere Klinik gebracht, wo sie benötigt werden. 


„Mit einem eigenen Auto sind wir wesentlich schneller und flexibler und können künftig je nach Bedarf direkt zwischen verschiedenen Standorten hin- und herwechseln, ohne dass die Transporte aufwendig und kostenintensiv organisiert werden müssen“, betont Prof. Seitz. „Wir danken ganz herzlich für die langjährige Förderbereitschaft der LIONS Clubs und die starke Verbundenheit mit unserer Augenklinik.“


Die Eröffnung der Hornhautbank am Universitätsklinikum des Saarlandes erfolgte vor 26 Jahren am 14. Juli 2000 mit Hilfe und Unterstützung der LIONS Clubs in der Umgebung. 2019 erfolgte dank Spenden der Klaus Faber Stiftung in Höhe von 1,2 Mio. Euro und der LIONS Clubs International Foundation ein Umzug in neue Räumlichkeiten, daher lautet der vollständige Name „Klaus Faber Zentrum für Hornhauterkrankungen inkl. LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz“.  


Aus dieser Bezeichnung geht auch die wichtige Rolle der Hornhautbank in der Großregion bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Spenderhornhäuten hervor. „Wir arbeiten mit Kliniken im Saarland, bis hoch nach Trier und Luxemburg und auch in Frankreich und der Westpfalz zusammen“, erklärt Prof. Seitz. Überall in der Großregion werden Spenderhornhäute entnommen sowie Ärztinnen, Ärzte und weiteres Personal in der Transplantation und in der weiteren Versorgung geschult. Hierbei besteht seit langen Jahren ein fachlicher Austausch über Landesgrenzen hinweg.“


Das Herzstück der Homburger Hornhautbank ist ein im Schalenprinzip angelegter Laborbereich mit höchster Reinraum-Qualität. Daneben stehen in Homburg drei permanente Wetlabs mit sechs OP-Mikroskopen und Instrumenten zur Verfügung. Die Ausbildung in diesen Trainings-OPs bietet jungen wie auch erfahrenen Operateuren die Möglichkeit, praktische Fertigkeiten in neuen Techniken zu erlernen.


724 Mal haben Augenärztinnen und -ärzte an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums des Saarlandes im Jahr 2025 eine Augenhornhaut transplantiert. „Hinter jeder einzelnen dieser Transplantationen steht das Schicksal eines Menschen und die Bedeutung für sein Leben und seine Selbstständigkeit“, betont Prof. Seitz. „Oft ist die Hornhautverpflanzung die einzige Möglichkeit, das Augenlicht eines Patienten zu retten - Voraussetzung ist jedoch die Gewebespende.“ Im Jahr 2025 haben uns 372 Menschen nach ihrem Tod 743 Augenhornhäute gespendet. Bis 2025 konnten insgesamt 9.736 Verpflanzungen durchgeführt werden. Trotzdem warten bundesweit mehr als 6.000 Menschen auf eine Spenderhornhaut. In Homburg/Saar stehen derzeit ca. 400 Patienten aus ganz Deutschland, Luxemburg und Lothringen auf der Warteliste.

 

Hornhautspende – Hintergründe:
Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut des Auges trüben. Damit büßt der Betroffene sein Sehvermögen ein und kann erblinden. Die bereits 1905 eingeführte Hornhauttransplantation gehört heute zu den häufigsten und erfolgreichsten Gewebeverpflanzungen überhaupt und gibt einem Großteil der Patienten das Augenlicht zurück.


Wer Organe oder Gewebe spenden möchte, sollte eine Erklärung zur Organspende ("Organspendeausweis") mit sich führen oder seine Entscheidung im Organspenderegister dokumentieren. Liegt weder ein Organspendeausweis noch eine Eintragung im Organspenderegister vor, werden die Angehörigen bei Feststellung des Todes um Zustimmung im Sinne des mutmaßlichen Willens des Verstorbenen gebeten.


Wichtig zu wissen: Die Entnahme der Spenderhornhäute kann auch noch bis zu 72 Stunden nach dem Herz-Kreislauf-Stillstand geschehen. Die sog. "Hirntodproblematik" spielt hierbei also ebenso wie das Alter des Verstorbenen oder eine zurückliegende Graue-Star-Operation keine Rolle. Die entfernten Hornhäute werden durch eine Kunststoffschale ersetzt und die Lider verschlossen. Dadurch bleibt der Gesichtsausdruck des Verstorbenen unverändert.