Klinische Pharmazie
„Klinische Pharmazie ist die Disziplin der Pharmazie, die aufbauend auf pharmazeutisch-naturwissenschaftlichen Kenntnissen die Optimierung der Arzneimittelanwendung am und durch den Patienten zum Inhalt hat.“ (Definition ABDA/DPhG 1997)
Ziel der Klinischen Pharmazie ist es, patientenorientierte pharmazeutische Dienstleistungen zu erbringen, die für eine sichere und wirksame Therapie mit Arzneimitteln notwendig sind. Diese Dienstleistungen richten sich grundlegend an alle Patient*innen – unabhängig von einem Aufenthalt im Krankenhaus.
Unsere Apothekerinnen und Apotheker der Abteilung Klinische Pharmazie am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) übernehmen im Sinne einer pharmazeutischen Betreuung eine Mitverantwortung bei der Arzneimitteltherapie. Im interprofessionellen Team tragen wir dazu bei, die Arzneimitteltherapie umfassend zu betrachten und arzneimittelbezogene Probleme rechtzeitig zu erkennen und zu lösen. Wir erhöhen dadurch die Patientensicherheit und tragen zum wirtschaftlichen Einsatz von Arzneimitteln bei.
Etwa die Hälfte der UKS-Betten wird (Stand 12/2025) vom Team der Klinischen Pharmazie engmaschig betreut.
Unsere klinisch-pharmazeutischen Dienstleistungen umfassen
- Apothekerinnen und Apotheker auf Station: konsiliarische Betreuung und vor-Ort-Beratung des ärztlichen und pflegerischen Personals sowie der Patientinnen und Patienten, u.a. im Rahmen von Visiten.
- Unterstützung bei der Erstellung von Standards und Schulungen des Stationspersonals. Dies beinhaltet die Entwicklung und Implementierung von einheitlichen Vorgehensweisen und die Fortbildung des medizinischen Personals.
- Pharmazeutische Validierung der Medikation bei der patientenindividuellen Arzneimittellogistik (Unit-Dose). Bei der Validierung handelt es sich um eine strukturierte Überprüfung der gesamten Medikation der Patientin oder des Patienten (z.B. auf Wechselwirkungen), die vor der Verpackung der Arzneimittel erforderlich ist.
- Betreuung laufender Projekte, zum Beispiel „INTEGRATE“.
- Pharmazeutisch-fachliche Betreuung der digitalen Patientenkurven Meona® und Copra®.
- Engagement in interprofessionellen Arbeitsgruppen zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (zum Beispiel zur Verbesserung der Antibiotikaanwendung im Krankenhaus, bekannt als Antibiotic Stewardship).
Digitale Verordnung im UKS
Die digitale Verordnung in Meona® und Copra® bildet die Grundlage für ein breites Portfolio an Maßnahmen zur Erhöhung der Arzneimitteltherapie- und Patientensicherheit. Unsere Klinischen Pharmazeut*innen übernehmen bei Einführung und Rollout elektronischer Patientenakten und Verschreibungssoftwares im UKS die Betreuung der pharmazeutisch-fachlichen Themen. Zu den Aufgaben der Apotheker*innen gehören unter anderem
- Erstellung, Aktualisierung und Pflege der Medikamentendatenbanken
- Erstellung, Aktualisierung und Pflege standardisierter Verordnungsvorlagen
- Schulung und Support der Anwenderinnen und Anwender
- Weiterentwicklung und Implementierung neuer Prozesse und Spezialmodule

Arzneimittelinformationsstelle der Apotheke
Die Arzneimittelinformationsstelle der Apotheke (AM-Info) unterstützt das Behandlungsteam bei komplexen Fragestellungen zu Arzneimitteln, der Arzneimitteltherapie, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen apothekenüblichen Waren und Dienstleistungen. Dies dient der Gewährleistung einer sicheren und effektiven Arzneimitteltherapie im UKS.
Bei Bedarf recherchieren wir Informationen aus verschiedenen nationalen und internationalen Datenbanken sowie der aktuellen Fachliteratur und bewerten diese. Wir stellen unabhängige, evidenzbasierte und patientenindividuelle Informationen bereit. In internationalen Untersuchungen ist der Benefit des Arzneimittelinformationsservice umfassend belegt: gesunkene Sterblichkeit, besseres Outcome, geringere Behandlungskosten.
Unsere Arzneimittelinformationsstelle unterzieht sich jährlich der externen Qualitätskontrolle unseres Berufsverbandes und ist entsprechend zertifiziert.
Projekte der Klinischen Pharmazie
INTEGRATE steht für InterdiszipliNäres TherapEutisches DruG MonitoRing PädiATriE.
Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der Apotheke und der Kinderklinik am Universitätsklinikum des Saarlandes, geleitet von Dipl. pharm. Rachel Manier, Prof. Dr. med. Arne Simon und Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Sören Becker.
Was ist das Ziel?
Wir möchten erreichen, dass Kinder mit schweren Infektionen die genau passende Medikamentendosis erhalten. Dafür arbeiten Apotheker*innen, Ärzt*innen und Mikrobiolog*innen eng zusammen und passen die Behandlung individuell an jedes Kind an. Zu diesem Zweck werden über zwei Jahre die Blutspiegel von ausgewählten Arzneistoffen (Antibiotika, Antimykotika, Virostatika) bei Kindern gemessen, um Rückschlüsse auf die bestmögliche, individuell angepasste Versorgung zu ziehen.
Welchen Nutzen hat das?
- Kinder mit schweren Infektionen sollen wirksamer und sicherer behandelt werden.
- Nebenwirkungen sollen besser vermieden werden.
- Die Behandlung soll sich noch stärker an aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen und Erfahrungen aus unserem Klinikum bei unseren Patient*innen orientieren.
Ansprechpersonen: Team der Kinderinfektiologie (kinderinfektiologie☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜uks☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜eu): Dipl. pharm. Rachel Manier, Prof. Dr. med. Arne Simon, Dr. med. Dominik Schöndorf
Ansprechpersonen

Dipl.-Pharm. Rachel Manier
Zusatzbezeichnung Infektiologie
Zuständigkeiten: Projekt INTEGRATE, Antibiotic Stewardship, AG Kinderinfektiologie, Pharm. Betreuung Pädiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie

Dr. med. Dominik Schöndorf
Oberarzt, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie mit Weiterbildungsbefugnis, Zusätze: Kinder- und Jugend-Pneumologie und Allergologie
TeleKasper
TeleKasper = TELEmedizinisches Kompetenznetzwerk Antibiotic Stewardship in PEdiatRics
TeleKasper erforscht den Einfluss einer telemedizinischen Beratung auf die Verbesserung der Antibiotikaanwendung bei Kindern.
Studienteam Homburg
Rachel Manier (Apothekerin)
+49 6841 16 - 35356
rachel.manier☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜uks☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜eu
Prof. Arne Simon
(Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie und klinischer Infektiologe)
Dr. med. Nicole Schroeder
(Ärztin)
Yeliz Akarsu
(Hub-Koordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin)
SafetyFIRST
SafetyFIRST = Sicherheitsnetz Für die orale TumortherapIe: Eine Cluster-Randomisierte STudie
Bei der Behandlung mit Krebsmedikamenten in Tabletten- und Kapselform (orale Tumortherapie) können im Alltag zahlreiche Probleme auftreten, wie beispielweise Schwierigkeiten mit den Einnahmevorschriften, Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten und Nebenwirkungen. Eine engmaschige, standardisierte Betreuung durch ein Team aus ärztlichem und pharmazeutischem Fachpersonal kann die Arzneimitteltherapiesicherheit erheblich verbessern.
Nachdem dieser positive Effekt im Rahmen der lokal-regionalen „AMBORA-Studie“ in Erlangen deutlich gezeigt werden konnte, möchte nun die Studie SafetyFIRST die intensivierte und standardisierte Betreuung durch Behandlungsteams aus ärztlichem und pharmazeutischem Fachpersonal deutschlandweit an 24 Standorten etablieren und wissenschaftlich begleiten.
Grundsätzlich richtet sich die Studie SafetyFIRST an Krebspatientinnen und -patienten, die neu auf ein Tumormedikament in Kapsel- oder Tablettenform eingestellt werden. Weitere Ein- und Ausschlusskriterien sowie alle teilnehmenden Studienzentren sind auf der Seite des Deutschen Registers Klinischer Studien einsehbar.
