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04.12.2018
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Zelluläre Verjüngung durch Ausdauertraining Studienergebnis im European Heart Journal erzielt weltweites Interesse - Maßgebliche Beteiligung von Homburger Wissenschaftlern des UKS

In der aktuellen Ausgabe des European Heart Journal, der aktuell bedeutendsten Zeitschrift aus dem Bereich Kardiologie (Impact Factor 23,4), wird die Studie „Differential effects of endurance, interval, and resistance training on telomerase activity and telomere length in a randomized, controlled study“ veröffentlicht. Die klinisch-experimentelle Studie aus dem Bereich präventive Kardiologie / Sportmedizin präsentiert neue wissenschaftliche Ergebnisse zu den molekularen und zellulären Wirkungen von körperlicher Aktivität.

Die Ergebnisse verbessern das Verständnis der deutlichen Effekte von v. a. Ausdauertraining zur  Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen  und zeigen, dass spezifische Trainingsarten besonders geeignet sein könnten, die kardiovaskuläre Zellalterung günstig zu beeinflussen. Ferner könnten Telomer-abhängige Parameter dazu genutzt werden, die Trainingswirkung für den Zellschutz zu messen und  präventive Trainingsprogramme optimal zu steuern. Aufgrund der Studienergebnisse stellt für die kardiovaskuläre Prävention moderates Krafttraining eine sinnvolle Ergänzung zum Ausdauertraining dar, aber keinen Ersatz dafür.


Das aufwändige Projekt wurde ermöglicht durch eine wissenschaftliche Kooperation zwischen den Kliniken für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (PD Dr. Christian Werner, Prof. Dr. Michael Böhm) und Innere Medizin I – Onkologie, Hämatologie, Klinische Immunologie und Rheumatologie (Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer) am Universitätsklinikum des Saarlandes, dem Institut für Sport- und Präventivmedizin (PD Dr. Anne Hecksteden, Prof. Dr. Tim Meyer) der Universität des Saarlandes, der Klinik und Poliklinik für Kardiologie (Prof. Dr. Ulrich Laufs) des Universitätsklinikums Leipzig und weiteren Partnern.

 

Es handelt sich um die erste randomisierte, kontrollierte Studie, in der prospektiv die Effekte von verschiedenen Sportmodalitäten (aerobes Ausdauertraining, hochintensives Intervalltraining und Krafttraining) auf die Zellalterung in zirkulierenden Blutzellen untersucht wurden. Untersucht wurden im Mittel ca. 50-jährige gesunde Teilnehmer ohne Sportanamnese, also eine sogenannte klassische Primärpräventionskohorte. Die Studienteilnehmer absolvierten ein genau dosiertes, kontrolliertes und überwachtes Training über 6 Monate (3 x 45 Minuten pro Woche). Vor und nach der Studie erfolgten Belastungstests und Blutentnahmen zur Isolation der Leukozyten aus dem Blut.

 

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass durch beide Ausdauertrainingsarten, wichtige Regulatoren der Zellalterung, und zwar die Telomeraseaktivität und die Telomerlänge, in bestimmten Blutzellsubpopulationen günstig beeinflusst wurden. Dies war beim Krafttraining – bei vergleichbarer Zunahme der maximalen Sauerstoffaufnahme – nicht der Fall. Die Forscher führen dies beispielsweise  auf eine unterschiedliche  Regulation gefäßschützender Substanzen (Stickstoffmonoxid, NO) und eine unterschiedliche  Anregung von Gefäßstammzellen zurück.

 

 

Links zur Arbeit (Free Access):

https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehy585

 

Ansprechpartner:

PD Dr. Christian Werner / Prof. Dr. Michael Böhm

Innere Medizin III - Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin

Universitätsklinikum des Saarlandes

 

Prof. Dr. Ulrich Laufs

Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Leipzig

 

PD Dr. Anne Hecksteden / Prof. Dr. Tim Meyer

Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes