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14.03.2019
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BMBF-Forschungsverbund unter Homburger Leitung entwickelt neue Möglichkeiten für eine gezielte Strahlentherapie bei Tumorerkrankungen: Förderung von 4,1 Millionen Euro bewilligt

Das Forschungsverbundprojekt „DNA-Reparaturfoci als Marker der individuellen Strahlenempfindlichkeit“ unter Leitung von Frau Prof. Dr. med. Claudia Rübe, Radioonkologin am Universitätsklinikum des Saarlandes und Leiterin des Forschungsverbundes wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit etwa 4,1 Millionen Euro unterstützt.

 

(aus der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Forschung und Bildung vom 14.03.2019):

 

Das zentrale Interesse der Arbeitsgruppe gilt den Reparaturmechanismen in den Tumorzellen, die mitunter den Erfolg der Strahlentherapie behindern können: „Durch die Bestrahlung kommt es zu Doppelstrangbrüchen in der DNA – also starken Schäden in der Erbinformation der Zellen“ erklärt Claudia Rübe. So lassen sich die Tumorzellen töten, doch diese können sich in einzelnen Fällen über besondere Reparaturmechanismen selbst reparieren.

 

Forschende schalten unerwünschte Reparaturen aus

 

Hier setzen die Forschenden an: „Wir konnten mit eingefärbten Biomarkern die Reparaturmechanismen und -wege sichtbar machen“ erklärt Claudia Rübe.

Solche Marker können z. B. Proteine sein, die für die Reparatur wichtig sind. Mit diesem Wissen haben die Forschenden einen entscheidenden Vorteil: „Wir können Schwachstellen im Reparaturprozess suchen, dann gezielt angreifen und so unerwünschte Reparaturen zum Erliegen bringen“. Als besonders effektiv erwies sich hierbei eine Kombination aus Bestrahlung mit maßgeschneiderten Medikamenten. Soll heißen: Die Bestrahlung zerstört die bösartigen Zellen und die Medikamente versperren den Weg zum Werkzeugkoffer.

 

Ein besonders interessanter Anwendungsbereich ist diese Therapieform im Rahmen von Prostatatumoren: Die Arbeitsgruppe von Wael Mansour, Strahlenbiologe am Universitätsklinikum Hamburg, hat dafür an Tumorproben von Prostatakarzinomen deren Reparaturmechanismen nach Bestrahlung untersucht. Weitere Teilprojekte beschäftigen sich mit den Entwicklungen hocheffektiver Tumortherapien unter Einsatz von Bestrahlung, der Vorhersage von Tumorerkrankungen bis hin zur Abschätzung von biologischen Folgen kleinster Strahlendosen, beispielsweise bei einer chronischen Strahlenbelastung ehemaliger Uranbergarbeiter.

 

Das Projekt innerhalb des Kompetenzverbunds Strahlenforschung im Bundesministerium für Bildung und Forschung soll einen entscheidenden Beitrag zum Kompetenzerhalt in der Strahlenforschung in Deutschland leisten. Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Homburg/Saar (UKS) und Hamburg (UKE) sind das Nationale Zentrum für Strahlenforschung Dresden (OncoRay), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sowie die Medizinfirmen Medipan und Zeiss an dem Projekt beteiligt.

 

Vollständige Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung