Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Aktuelles
Sie befinden sich hier: >> Startseite >> Aktuelles >> Einzelansicht_News >> Aktuellesseite

Aktuellesseite

15.11.2018
Aktuelles
Homburger Wissenschaftler an der Erstellung der neuen Europäischen Hochdruckleitlinien beteiligt

Am 25. August 2018 wurden die neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) sowie der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie (ESH) bei der Jahrestagung der ESC in München vorgestellt und im European Heart Journal publiziert.

 

„Die Blutdruckziele für Patienten mit Hypertonie sind deutlich reduziert worden sind, da gezeigt wurde, dass niedrigere Zielblutdruckwerte mit einer Verbesserung der Prognose assoziiert sind. Von Bluthochdruck sprechen die Europäischen Leitlinien bei einem Blutdruckwert über 140/90 mmHg, der Zielblutdruckwert wurde auf 120-129 mmHg reduziert“, sagt Professor Felix Mahfoud, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin III, Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin des Universitätsklinikums des Saarlandes, der als einer der Experten an der Erstellung der Leitlinie mitgewirkt.

 

„Eine weitere wesentliche Neuerung der Leitlinien ist, dass der Großteil der Patienten, die an einer arteriellen Hypertonie leiden, bereits initial mit einer Zweifachkombination in einer Tablette behandelt werden sollen. Diese Fixkombinationen sind verfügbar und können die Adhärenz von Patienten massiv verbessern und damit zu einer konsequenteren Blutdruckkontrolle führen. Die Hoffnung ist, dass dies in einer Reduktion von schwerwiegenden Komplikationen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Todesfällen resultiert.“ so Mahfoud. Es ist mittlerweile gut belegt, dass bis zu 50% aller Patienten mit arterieller Hypertonie ihre anti-hypertensive Medikation nur unregelmäßig einnehmen. Nicht-Adhärenz ist assoziiert mit der Anzahl an Tabletten, weshalb diese möglichst gering gehalten werden.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt stellt die Lebensstilmodifikation dar. Patienten sollten darauf achten, die Kochsalzzufuhr zu minimieren, moderaten Alkoholkonsum einzustellen, eine gesunde, mediterrane Ernährung zu sich zu nehmen sowie regelmäßig Sport zu treiben und eine konsequente Gewichtsreduktion herbeizuführen. Ebenso sollte natürlich auch auf das Rauchen verzichtet werden.

 

„Wir haben sehr effektive Behandlungsmethoden, mit denen wir theoretisch 90-95% aller Patienten gut kontrollieren können, leider gelingt uns dies im Alltag lediglich bei 15-20% aller Patienten. Die neuen Leitlinien zur Behandlung des Bluthochdrucks haben das Ziel, dies zu verbessern und die Kontrollraten in Europa drastisch zu erhöhen. Die in den Leitlinien vorgeschlagenen Behandlungsstrategien sind einfach und können in der Regel problemlos im klinischen Alltag umgesetzt werden.“ so Professor Dr. Michael Böhm, Direktor der Klinik für Innere Medizin III am UKS.

 

Neben der medikamentösen Therapie die vornehmlich in Fixkombinationen erfolgen sollte wird in den neuen Leitlinien auch ausführlich über neue katheter-basierte Methoden gesprochen. Diese vielversprechenden Therapien sollten nicht in der klinischen Routine zum Einsatz kommen, sondern in klinischen Studien weiterverfolgt werden.

 

Bluthochdruck betrifft mehr als 1 Milliarde Patienten weltweit. 30-45% aller Menschen leiden an Bluthochdruck, bei älteren Patienten über 60 Jahre sogar 60%. Hoher Blutdruck ist weltweit der häufigste Grund für vorzeitigen Tod, verantwortlich für mehr als 10 Millionen Todesfälle in 2015, von diesen waren 4,9 Millionen verursacht durch ischämische Herzerkrankung sowie 3,5 Millionen durch Schlaganfälle. Eine Blutdruckerhöhung ist ebenso häufigster Risikofaktor für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Niereninsuffizienz, periphere Verschlusskrankheit sowie Demenz.

 

„Das Problem an hohem Blutdruck ist, dass er häufig asymptomatisch verläuft. Patienten mit sehr hohen Blutdruckwerten leiden gelegentlich an Kopfschmerzen, Sehstörungen, Nasenbluten, Luftnot, Angina pectoris oder unregelmäßigem Herzschlag. Sollte einer dieser Symptome bei Ihnen auftreten empfehlen wir Ihnen, mit Ihrem Arzt in Kontakt zu treten.“, empfiehlt Mahfoud.

 

 

Kontakt:

Prof. Dr. med. Felix Mahfoud

Leitender Oberarzt

Klinik für Innere Medizin III

Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin

Universitätsklinikum des Saarlandes

Kirrberger Str., IMED, Geb. 41

D-66421 Homburg

Tel. +4968411615911

Fax +4968411615910

Email: Felix.Mahfoud @uks.eu

 

Bryan Williams, Giuseppe Mancia, Wilko Spiering, Enrico Agabiti Rosei, Michel Azizi, Michel Burnier, Denis L Clement, Antonio Coca, Giovanni de Simone, Anna Dominiczak, Thomas Kahan, Felix Mahfoud, Josep Redon, Luis Ruilope, Alberto Zanchetti, Mary Kerins, Sverre E Kjeldsen, Reinhold Kreutz, Stephane Laurent, Gregory Y H Lip, Richard McManus, Krzysztof Narkiewicz, Frank Ruschitzka, Roland E Schmieder, Evgeny Shlyakhto, Costas Tsioufis, Victor Aboyans, Ileana Desormais, ESC Scientific Document Group. 2018 ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. European Heart Journal, ehy339, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehy339, Published: 25 August 2018.