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02.03.2017
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Forschungsprojekt zur Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs: Saarland als Modellregion

Im Saarland erkranken jährlich über 13 von 100 000 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, mehr als im Bundesdurchschnitt. Sigrun Smola, Professorin für Virologie der Universität des Saarlandes, hat sich jetzt in einem Forschungsverbund das Saarland als Modellregion vorgenommen. Das Forschungsprojekt PRÄZIS (Prävention des Zervixkarzinoms und dessen Vorstufen bei Frauen im Saarland) erhielt rund eine halbe Million Euro von der Bundesre-gierung und baut auf das Saarländische Interdisziplinäre Forschungsnetz „Infection and Cancer“ auf, das von der Staatskanzlei über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren mit rund 400.000 Euro gefördert wird. Professorin Smola will herausfinden, was das Impfverhalten und die Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennung beeinflusst und wie sich dies auf die Krebsentstehung auswirkt.

„Gebärmutterhalskrebs ist eine Krebsart bei der wir wissen, dass sie durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Die HPV-Impfung ist daher die beste Vorsorgemaßnahme, leider wird sie bislang nicht so umfassend wahrgenommen wie andere Impfungen im Kindesalter“, erläutert Professorin Sigrun Smola. Während in Nachbarstaaten wie der Schweiz und Österreich nur vier bis sieben von 100.000 Frauen pro Jahr neu erkranken, sind es bundesweit neun, im Saarland sogar über 13. Dennoch waren laut Robert Koch-Institut im Jahr 2014 erst rund 42 Prozent der 17-jährigen jungen Frauen vollständig geimpft.
Die Homburger Virologin will jetzt herausfinden, wie die Inanspruchnahme dieser Vorsorgeprogramme verbessert werden kann. „Das Saarland eignet sich dafür besonders gut, weil die Saarländer bekanntermaßen gerne im Saarland wohnen bleiben, es also wenig Wanderungsbewegungen gibt“, erklärt Prof. Smola.
„Es freut mich, dass wir mit der Förderung des interdisziplinären Forschungsnetzes „Infection and Cancer“ den Anschub für PRÄZIS gegeben haben und damit dieses wichtige Projekt für die Gesundheitsvorsorge von Frauen initiieren konnten“, so die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Professorin Smola, das Krebsregister Saarland, die Kassenärztliche Vereinigung Saarland, die Krankenkassen IKK Südwest und AOK Rheinland-Pfalz/Saarland haben sich daher zusammengefunden, um mit Unterstützung des saarländischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, Routinedaten aus der Gesundheitsvorsorge
verschlüsselt in einer Studiendatenbank zu verknüpfen. Weitere Expertise stammt von Prof. Stefan Wagenpfeil sowie von Professor Thorsten Lehr, die daraus Vorhersagemodelle entwickeln werden.
Für Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling ist die Entscheidung des Innovationsausschusses ein wichtiger Impuls, um den Gesundheitsstandort Saarland weiter nachhaltig zu stärken.

„Diesen Beitrag zur Versorgungsforschung brauchen wir, um Impulse für die innovative Weiterentwicklung des Gesundheitswesens im Saarland setzen zu können. Gleichzeitig ist das Projekt von Professorin Smola ein wesentlicher Beitrag, um die Gesundheitsversorgung der Patientinnen nachhaltig zu verbessern.“
„Mit den Erkenntnissen aus diesem Forschungsprojekt wollen wir dazu beitragen, die Neuerkrankungsraten an Gebärmutterhalskrebs weiter zu senken“, so Smola.